Donnerstag, 28. November 2013

Frettchen können trauern


Jeder kennt es … wenn man ein Tier über die Regenbogenbrücken schicken muss.
Trauer & Schmerz.  Bei uns Menschen ist es so – warum soll es bei Frettchen anders sein?

Ich habe selber erfahren müssen, wie tief so eine Trauer sein kann.
Meine kleine Zuckerschnute Cleo ist Ende 2010  in Alter von 4 Jahren zu mir gekommen.
Sie ereilte dasselbe Schicksal wie meinen Rüden Mini. Das „Brüderchen ist gestorben“.

Da eine Vergesellschaftung bei Frettchen nicht immer einfach ist, war ich deshalb besonders überrascht, dass sich die 2 sofort gut leiden konnten. Gut leiden ist noch nicht mal die richtige Beschreibung. Sie waren sofort ein Herz und eine Seele. 3 Jahre lang liebkosten und kuschelten sie liebevoll miteinander. Es war schön zu sehen, dass 2 Schicksale so Positives bewegen konnten.

 
ein Herz und eine Seele auf den ersten Blick
Doch im  Jänner 2013  musste auch mein Mini über die Regenbogenbrücke gehen.
Vorbildlich schaute ich mich gleich nach einem Kuschelgefährten für die kleine Cleo um.
Doch dieses Mal war es anders.  2 Partner in 2 Jahren zu verlieren hat der Kleinen sehr zugesetzt.
Es war diesmal doch nicht so einfach. Cleo tolerierte  zwar ihre 2 neuen Gefährtinnen, aber sie akzeptierte sie nicht als „ihre“ Gruppe. Sie sonderte sich immer mehr von Ihnen ab.
Anfangs schlief sie alleine, war bei einer Vergesellschaftung oftmals vorkommen kann. Dann verweigerte Sie immer mehr und mehr die Nahrung. Als Sie auch keine Vitaminpaste mehr wollte, wurde mir klar, dass Cleo und ich ein Problem haben.

Cleo´s Kampfgewicht lag bei 620g.

Sie verlor innerhalb von 2 Wochen 220g.
Was tut man, wenn ein Tierchen nicht mehr fressen möchte? Auch wenn Cleo schon 7 Jahre war und somit ein gediegenes Mädchen, wollte ich sie einfach nicht aufgeben.  Verzweifelt telefonierte ich mit vielen erfahrenen Frettchenhaltern bezüglich trauernden Frettchen. Oft bekam ich die Antwort das man den Kampf verlieren wird.
Mit Hilfe des Frettchenhilfswerks und ihrem zuständigen Tierarzt, Mag. Robert Basika von der Tierarztpraxis Kagran, nahm ich den Kampf gegen die Trauer auf. 

schlimmste Phase der Trauer
Cleo verweigerte nicht nur das Essen, sie verweigerte ebenfalls die Nähe von anderen Frettchen und vor allem von mir. Da war mir klar, wie tief die kleine Maus um ihren Mini trauerte.
Mit speziellen Aufpäppelfutter versuchte ich Cleo zum Fressen zu bewegen. Doch sie wollte nicht.
Sie ging immer wieder schlafen und drehte mir den Rücken zu. Was tun?

Ich war mir darüber im Klaren, dass ich nur noch eines versuchen kann, um das kleine Seelchen zu retten. Zwangsernährung!  Eine Zwangsernährung sollte immer nur die allerletzte Notlösung sein!!
Ich musste auch damit rechnen, dass Cleo mich dafür „hassen“ wird.
Alle 3 Stunden fütterte ich eine genau abgestimmte Menge von Aufpäppelfutter.


Wieder ging Sie nur schlafen und verweigerte Kuscheleinheiten.
Tag für Tag  - alle 3 Stunden bekam Cleo ihr Futter. Ich nahm Sie zur Arbeit mit, um die Fütterungszeiten einzuhalten und um sie immer im Auge zu haben. Zusätzlich gab ich ihr auch Bachblütentropfen gegen Trauer. In dieser Situation versucht man einfach alles. Ich kontaktierte eine Tierverständnispraktikerin, um mehr über Cleos Zustand und Vergangenheit rauszufinden.
Ich war erstaunt, was ich alles erfahren habe. Cleo hatte schon von ihrer Geburt an Erfahrung mit Verlust machen müssen.




Cleo und die Tierverständnissmethode
Cleo fing langsam an meinen Nähe zu akzeptieren. Ich holte Sie nachts immer zu mir ins Bett und lies sie auf meinem Bauch schlafen. Ich hatte Tränen in den Augen als ich sah, wie sehr sie es genoss.
Endlich hatte ich den Draht zu ihr gefunden. Doch Sie war noch lange nicht über den Berg. Vorerst war es nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Tag für Tag kuschelten wir und sie bekam weiterhin ihr Aufpäppelfutter per Spritze, da sie noch immer nicht freiwillig fressen wollte. Dann versuchte ich ein anderen Aufpäppelfutter – eines das nach Schokolade rocht. „ hmmm lecker“. 
Cleo fand den Geruch sehr anziehend und schlapperte mal 2 Zünglein davon.
Ein erster Erfolg. Endlich hatte ich Hoffnung sie selbständig zum Fressen zu bringen.
Nach einigen Tagen fing Cleo, dank dieses Wunderfutters, selbständig zu fressen an.
Sie nahm langsam aber stetig zu.  Die Kuscheleinheiten wurden immer länger und intensiver.
Nun schien auch die Bachblütentherapie anzuschlagen. Cleo frisst.

Es dauerte Monate bis Cleo wieder zu ihren Ausgangsgewicht zurückkehrte.
Mittlerweile bin ich froh sagen zu können, dass ich es versuchte habe -  dass ich die kleinen Maus nicht aufgegeben habe. Sie lebt nun lebensfroher als zuvor, beinahe so, als ob sie ein neues Leben begonnen hätte. Cleo ist seither auch sehr fixiert auf mich, obwohl sie mir gegenüber immer sehr misstrauisch war als sie zu mir kam.

Von der Tierverständnismethode ist mir folgender Satz sehr gut im Gedächtnis geblieben:

„Ich bin froh dass ich meinen Lebensabend so friedlich verbringen kann.“

Ich nahm mir diese Worte sehr zu Herzen und akzeptierte auch Cleos Entscheidung nicht mehr in die Gruppe zurück zu wollen.
Frettchen sollten nie alleine gehalten werden. Denn Frettchen brauchen Frettchen – doch in Cleos Fall ist es eine absolute Ausnahme und Ihre Entscheidung, die ich akzeptiert habe.

Cleo am Arm ihrer Frettchenmama



Tiere haben ein Herz und fühlen. Auch wenn es eine schwere Zeit war, bin ich froh dass ich diese Erfahrung machen durfte. Auch das Cleo den Weg ins Leben zurückgefunden hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

wir freuen uns über ein frettiges Kommentar